Südwärts über Nha Trang, Dalat und Mui Ne

10-14.11.2014: Die Reise durch Vietnam ging weiter und wir bewegten uns von Hoi An aus weiter nach Süden. Die nächsten Stationen unserer Open-Bus-Tour waren das kleinrussische Nha Trang, das Paris Vietnams, Dalat und das Küstenstädtchen Mui Ne mit seinen berühmten Sanddünen.

Wieder stand eine Übernachtfahrt an. Es ging von Hoi An nach Nha Trang (504 km, 12 h, 18:00-6:00). Da wir in Nha Trang eigentlich nur notgezwungen einen Zwischenstopp für eine Nacht einlegen mussten und uns die Stadt weniger interessierte, gibt es da auch nicht sonderlich viel zu erzählen. Die gar nicht mal so kleine Stadt an der Küste ist zugepflastert mit riesigen Hotelbauten in allen Preisklassen. Die Uferpromenade und der Strand ist ganz nett, aber für unseren Geschmack viel zu touristisch. Nha Trang ist in Vietnam DIE Destination für russische Pauschalurlauber. Alle Beschilderungen der Restaurants, Bars, Hotels, Shops und Touragenturen sind vietnamesisch und russisch. Wenn man Glück hat findet man auch die englische Version kleingedruckt unterhalb. Die Menükarten in Restaurants sind oft in NUR russisch verfasst. Überall wird russisch gesprochen, sogar von den Vietnamesen. Es ist wie eine kleine russische Kolonie in Vietnam. Schon witzig. Wir suchten uns ein Guesthouse für 8,5 USD (Haosen Guesthouse, DZ) und fuhren, nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, am nächsten Morgen direkt weiter nach Dalat.

Nach 4 Stunden Fahrt mit einem kleinen Bus (135 km) erreichten wir das Städtchen Dalat in den Bergen etwas abseits der Küste. Dalat wird angepriesen als das kleine Paris Vietnams. Viele Vietnamesen wählen es als das Ziel ihrer Hochzeitsreise. Was uns jedoch als erstes auffiel, als wir uns der Stadt näherten, waren die unzähligen Gewächshäuser am Stadtrand, welche ganze Täler füllten. Dalat ist der Gemüsegarten Vietnams. Zudem ist es deutlich kühler als ein paar hundert Kilometer weiter nordöstlich an der Küste in Nha Trang. Tagsüber war es hier 20-25 C, aber Nachts wurde es auch mal 12-18 C. Interessant war hier auch die Mischung aus Nadelbäumen und Palmen, die direkt nebeneinander wuchsen. Die bergige Landschaft, die vielen Kiefern und die kleinen, verwinkelten Gassen in dem Städtchen erinnerten uns ein bisschen an die Vogesen. Auch in Dalat blieben wir nur eine Nacht (9,5 USD, Loc Binh Hotel). Irgendwie hat uns die Stadt nicht besonders angesprochen.

Wir schlenderten nachmittags etwas durch die Stadt und besuchten eine der Hauptattraktionen, das Crazy House. Dies ist im Grunde ein Hotel, welches tagsüber zur Besichtigung für Touristen geöffnet wird (40000 VND, 2 USD). Die Architektur des Crazy House etwas ungewöhnlich. Man findet nirgends Winkel, es gibt nur fließende und abgerundete Formen. Irgendwie fühlt man sich da wie in einem Märchen. Das Hotel besteht aus mehreren Gebäuden und wir noch ständig erweitert. Keines der Gebäude gleicht dem anderen und untereinander sind sie über genauso verrückte Treppen und Stege verbunden, die zum Teil sogar über die Dächer verlaufen. Irgendwie ist man sich auch nie sicher, wo man denn nun ankommt, wenn man einen solchen Weg betritt. Super witzig und definitiv zu empfehlen. Übernachtungen im Crazy House kosten übrigens 25-35 USD.

Am nächsten Morgen ging es wieder an die Küste, in den Urlaubsort Mui Ne (168 km, 4 h). Dieser ist – wahrscheinlich durch die Nähe zu Nha Trang – ebenfalls stark russisch geprägt. Der ganze, sehr schmale Strand, etwas südlich vom Ort Mui Ne ist komplett zugebaut mit kleinen Resorts und es schwierig da noch etwas günstiges zu finden. Mit etwas Glück haben wir schließlich ein nettes, preiswertes Guesthouse, das Duy Vo, etwas versteckt in zweiter Reihe gefunden (DZ, Fan, 10 USD). Dann gings direkt ans Meer. Wir schlichen uns zwischen zwei Strandhotels vorbei an den Strand und wurden bitter enttäuscht. Wirklichen Strand gibts hier nicht, da die Hotels zum Teil bis ans Wasser reichen und einem im besten Fall noch ein ca. 3 m breiter Sandstreifen übrigbleibt. Der Wind und Wellengang sind ordentlich stark, was viele Kitesurfer anlockt. Der ganze Himmel war hier voller bunter Segel. Zum Schwimmen oder Sonnen ist der Strandabschnitt aber kaum zu gebrauchen. Auch wenn man günstiges Essen oder wenigstens einen ordentlichen Foodshop sucht ist man in Mui Ne aufgeschmissen, denn Streetfood gibts hier so gut wie gar nicht und die Restaurantpreise sind für vietnamesische Preise astronomisch hoch (ab 4 USD für ein Reisgericht mit Chicken). Also eher auf die russischen Pauschaltouristen und Kitesurfer abgestimmt.

Wir blieben ein paar Tage um etwas zu entspannen und besichtigten zudem die roten Sanddünen etwas westlich von Mui Ne. Als Transportmittel wird einem zwar meistens ein Taxi vorgeschlagen, aber es geht auch günstiger. In etwa alle 20 min gibt es einen klapprigen local bus für die 7-8 km nach Mui Ne (7500 VND, ca. 30 Cent). Vor den Sanddünen sitzen unter den wenigen Bäumen Mädchen mit braungebrannter, lediriger Haut, die direkt zu den neu ankommenden Touristen rennen, um ihnen für ein paar Cent Plastikmatten anzudrehen, mit denen man an den Sanddünen runterrutschen kann. Wir haben eins genommen, natürlich erst nach Halbierung des Preises, und können übereinstimmend sagen, dass es sich nicht lohnt. Die Rutschgeschwindigkeit beträgt im Idealfall etwa 5 km/h und meistens bleibt man auf halber Strecke im Sand stecken. Die Sanddünen, welche durch Küstenerosion entstanden sind, an sich sind sehr schön. Man kommt sich vor wie in der Sahara. Im Hintergrund sieht man die Küste und das Meer. Ein toller Anblick. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall eine Sonnenbrille und ein Tuch oder sonst irgendeine Art von Kopf-/Gesichtsschuz mitzunehmen, da es extrem heiß sein kann und zudem bei starkem Wind der Sand in alle nicht geschützten Körperöffnungen gelangt. Auch alle nicht geschützten Körperstellen werden sandgestrahlt, dessen sollte man sich bewusst sein. Was aber an sich auch kein schlechtes Peeling ist. Die Sanddünen von Mui Ne sind, wenn man in der Nähe ist, auf jeden Fall einen Besuch wert. Es ist eine schöne landschaftliche Abwechslung zum Rest von Vietnam.

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