Phong Na-Ke Bang Nationalpark

5-8.11.2014: Nach Hanoi und Halong Bay ging es nun Richtung Süden. Die erste Station dabei war der Phong Na-Ke Bang Nationalpark (UNESCO-Weltnaturerbe). Dort liehen wir uns einen Roller und besichtigten zwei der zahlreichen Höhlen, die Phong Na Cave und die Paradise Cave (Thiên-Đường Cave).

Nach der Woche in Hanoi und dem Ausflug in die Halong Bay buchten wir uns nun als nächstes die Tickets zur Weiterfahrt in den Süden. Da wir noch Einiges in Vietnam sehen wollten, entschieden wir uns für ein Open-Bus-Ticket (Dao’s Travel Agency, 6 Zwischenstops bis Saigon incl. Phong Na-Ke Bang, 63 USD p.P.). Damit kann man seine Route recht flexibel gestalten, die Anzahl der Zwischenstopps selbst wählen und muss sich nicht von Anfang an auf bestimmte Zeiten festlegen. Wenn man weiterreisen möchte, ruft man am Vortag in der jeweils zuständigen Agency an und bucht die Weiterfahrt. Und so ging es für uns als erstes mit dem Nachtbus (18:00-5:00) in den Phong Na-Ke Bang Nationalpark, der uns zuvor von einem belgischen Backpacker-Pärchen in der Halong Bay empfohlen wurde.

Wir wurden in der Morgendämmerung in dem Örtchen Son Trach vor dem Easy Tiger Hostel unweit des Phong Na-Ke Bang Nationalpaks rausgelassen. Dort gab es leider nur Schlafsäle, weshalb wir uns auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Van Anh Hotel einquartierten. Das Zimmer war, da das Hotel noch relativ neu war, etwas feucht aber ansonsten ganz ok. Und für 200000 VND (10 USD) konnte man nicht meckern.

Ordenlich ausgeschlafen, gingen wir nachmittags die Umgebung erkunden. Der etwas abgelegene Ort ist, im Vergleich zum stressigen Hanoi, sehr ruhig und noch wenig touristisch erschlossen. Wahrscheinlich deshalb sind die Einheimischen auch noch sehr freundlich gegenüber den Backpackern. Die Landschaft sieht aufgrund der steilen Kalksteinfelsen beiderseits des Tals und des idyllischen Flusses Song Con sehr ansprechend aus. Wir informierten uns über die möglichen Touren in den Phong Na-Ke Bang Nationalpark und beschlossen uns zu diesem Zweck für den nächsten Tag in unserem Hotel einen Roller zu mieten (100000 VND, 5 USD).

Am nächsten Tag gings morgens um 10 Uhr dann los (ja, wir schlafen gerne lang). Es war ein Riesenspaß nach fast 2 Monaten etwas motorisiertes wieder mal selbst zu fahren. Für den Tag hatten wir uns eine Rundstrecke von ca. 50 km durch den Nationalpark vorgenommen. Das Wetter war klasse und überall flatterten Schmetterlinge umher. Einfach herrlich! Da die Straßen in gutem Zustand waren und es kaum Verkehr gab, wechselten wir uns mit dem fahren diesmal auch ab. Für das erste mal am Steuer machte Brigitte die Sache richtig gut.

Auf der Route durch die wunderschön bergige Karstlandschaft kamen wir an mehreren Höhlen vorbei, wobei wir uns als Ziel erstmal nur die Paradise Cave vorgenommen hatten. Wir hatten schon Bilder von mehreren der Höhlen auf Infotafeln gesehen und diese sagte uns am meisten zu. Dort angekommen bezahlten wir den Eintritt von 120000 VND (6 USD) und machten uns auf den Weg zu der Höhle. Zunächst gings ca. 1 km über einen befestigten Pfad durch den Dschungel. Zwar gabs auch die Möglichkeit mit einem Elektrowagen hingefahren zu werden, aber das ist eher was für Rentner und Chinesen ;). Zuletzt kam noch ein 500 m langer Aufstieg über Serpentinen zum Höhleneingang.

Als wir die Paradise Cave dann schließlich betraten verschlug es uns die Sprache. Die 2005 entdeckte und 2010 Besuchern zugänglich gemachte Höhle ist wirklich riesig (31 km Länge) und um einiges größer als die Amazing Cave in der Halong Bay. Bis 2009, als die größte Höhle der Welt (Sơn-Đoòng-Höhle, ebenfalls im Phong Na Nationalpark) von Höhlenforschern erkundet und vermessen wurde, war es sogar die größte Höhle in Vietnam. Für Touristen ist nur der vordere Bereich (etwa 2 km) zugänglich. Man wird über Holzstege und Plattformen durch die bunt beleuchtete Höhle geführt. Touristen gibt es so gut wie keine, was wir als sehr angenehm empfanden. Die Luftfeuchte liegt definitiv bei über 90 % und an vielen Stellen tropft es von der Decke. Zwischen den unzähligen monströsen Stalagtiten und Stalagmiten mit einer Größe von 10-20 Metern kommt man sich vor wie auf einem anderen Planeten. Wir verbrachten ca. 1,5 Stunden in Höhle. Wenn man genug Zeit mitbringt, kann man sicherlich auch deutlich länger dort verweilen. Aber schaut selbst, hier sprechen die Bilder für sich.

Wieder ans Tageslicht gelangt ging es über die Rundstrecke ca. 15 km zurück in den Ort Son Trach. Die zweite Höhle, Phong Na Cave, die wir uns für den Tag vorgenommen hatten ist eine Wasserhöhle, die nur über den Fluss erreichbar ist. Deshalb ließen wir den Roller am Touristenzentrum stehen und buchten uns eine Tour dorthin auf einem Longtailboot. Da wir am späten Nachmittag die einzigen Interessenten waren, hatten wir das ganze Boot für uns alleine, mussten aber auch den Preis für das ganze Boot alleine zahlen (320000 VND für das Boot + 80000 VND Eintritt p.P.).

Vor dem Höhleneingang wurde der Motor des Bootes abgeschaltet und das Pärchen, das uns dorhin gebracht hatte, packte zwei große Paddel aus. So ging es dann angetrieben nur mit Muskelkraft durch die majestätische Höhle. Das erklärt natürlich den relativ hohen Preis für die zweistündige Bootstour. Es war schon ein einzigartiges Erlebnis auf dem Fluß durch die Höhle zu fahren. Überall tropfte es von der Decke, als würde es regnen. An einer Stelle packte Brigitte, als alte Drachenbootpaddlerin, sogar mit an und half der zierlichen Vietnamesin am Bug beim Paddeln.

Auf dem Rückweg aus der Höhle wurden wir ein paar hundert Meter vor dem Ausgang an einem Ufer rausgelassen und konnten den restlichen Weg an Land durch seitlich des Flusses verlaufende Gänge zurücklegen. Dort war die Beleuchtung der Stalagtiten und Stalagmiten imposanter als am Fluß und erinnerte uns stark an die Paradise Cave ein paar Stunden zuvor.

Am Ausgang der Höhle wartete das Boot auf uns und brachte uns zurück. Während der Rückfahrt konnten wir noch den Sonnenuntergang am Fluß bewundern und kamen dann kurz vor Anbruch der Dunkelheit in Son Trach an.

Der zweitägige Ausflug in den Phong Na-Ke Trang Nationalpark hat uns super gefallen. Die Rollertour durch die Natur war spaßig und der Besuch der Höhlen einfach grandios. Wir hätten am liebsten noch mehr Zeit dort verbracht. Dieser Nationalpark ist definitiv eine Empfehlung wert!

Hier noch die gesamte Galerie:

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