Ha Long Bay – Weltwunder der Natur

30.10-01.11.14: Nach ein paar hektischen Tagen in Hanoi gönnten wir uns einen 3-Tagesausflug in die Ha Long Bay, die „Bucht des untertauchenden Drachen“ im Golf von Tonkin. Das Unesco-Weltnaturerbe in Nordvietnam erstreckt sich über eine Fläche von 1500 km2 und umfasst fast 2000 Inseln. Es ist aufgrund der faszinierenden und bizarr geformten Kalksteinfelsenlandschaft eine der beliebtesten Touristenattraktionen. Wir verbrachten eine Nacht auf dem Schiff in der Halong Bay und anschließend eine Nacht in einem Bungalow auf einer kleinen Insel namens Nam Cat. Während der Tour besuchten wir die „Amazing cave“, den Aussichtspunkt auf der Soi Sim Insel, fuhren Kajak, besichtigen eine Perlenfarm und nahmen teil an einem Mini-Kochkurs.

Hanoi ist übersäht von unzähligen Reisebüros. Dabei hält nicht jedes Reisebüro, was es verspricht. Da gerade die Ha Long Bay eines der beliebtesten Ziele in Vietnam ist, exisiteren auch viele weniger seriöse Anbieter, die diese Touren zu Spottpreisen anbieten. Hier ist es empfehlenswert sich nicht für die billigste Tour zu entscheiden, sonst wird der Ausflug eher ärgerlich als spassig. Wir (Anton, Brigitte und Adeline) wählten eine 3-Tagestour mit dem Imperial Junk Boat, die in allen Reisebüros in Hanoi angeboten wurde und verglichen die Preise. Diese lagen im Bereich von 115 bis 175 USD. Auch war es uns wichtig, dass wir dem Reiseveranstalter vertrauen und genau das, was in der Brochüre steht, bekommen. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hatte Dao’s Travelagency (2449500 VND bzw. 115 USD p.P.). Letztlich überzeugten uns die guten Bewertungen auf Tripadvisor. Unsere Route durch die Ha Long Bay sollte folgendermaßen aussehen:

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1. TAG: Unser Ausflug startete morgens um 8 Uhr. Im Bus stellte sich unser Tourguide mit Mr. Lucky vor. Er war überfreundlich, lächelte und entschuldigte sich übermäßig oft, was wir zum ersten Mal bei einem Vietnamesen sahen. Nach der 4-stündigen Busfahrt kamen wir am Pier in Ha Long City an. Hier wurde uns zum ersten Mal bewußt, wie viele Touristen täglich die Ha Long Bay besuchen. Das ganze Pier war zugepflastert mit Passagierschiffen. Unsere Gruppe stieg zunächst in ein kleines Boot und wurde zu unserem Schiff, das etwas abseits des Pier vor Anker lag, gebracht. Das Imperial Junk Boat war ein 3-Sterne Schiff. Es bot neben einer Bar, einem Essensaal, einer Veranda und einem Sonnendeck, auch komfortable Kajüten mit eigenem Bad für ungefähr 20 Passagiere.

Direkt machten wir uns auf den Weg in Richtung Süden in die Ha Long Bay. Kurz darauf gab es dann auch schon das Mittagessen. Jeder Tisch (6-7 Leute) bekam sehr schön angerichtete und dekorierte Platten mit Gemüse, Reis, Fleisch, Seafood und Früchten serviert.

Anschließend genossen wir die Schiffsfahrt durch die beeindruckende Landschaft aus tausend Kalksteinfelsen und -inseln, die aus dem smaragdgrünem Wasser ragten. Einfach herrlich!

Unser erster Programmpunkt gegen 15 Uhr war der Besuch der Sung Sot Höhle, umgangssprachlich „Amazing oder Suprising cave“ genannt, die eine der berühmtesten und schönsten Höhlen in der Ha Long Bay ist. Am Steg tummelten sich Menschenmassen und man merkte sofort, dass die Höhle total überlaufen war. Wir quetschten uns mit hunderten anderer Touristen die Treppe zum Eingang der Höhle hoch. Auf dem Weg gab es noch eine Aussichtsplatform auf die Bucht, an der wir kurz Halt machten und uns ein schönes Foto erkämpften.

Die Höhle selbst war effektvoll beleuchtet. Es ragten riesige Formationen von Stalakmiten und Stalaktiten aus der Decke und dem Boden. Es gab einen festen Besucherweg, dem der Menschenstrom folgte. Durch das viele Gedrängel konnte man jedoch die Felsen nicht so entspannt betrachten und man war froh, als man wieder ins Freie gelangte.

Anschließend führte uns die Tour auf die Soi Sim Insel. Hier stiegen wir den 200 m hohen, grünen Hügel hoch, zu einem Aussichtspunkt mit einem malerischen Ausblick auf die Ha Long Bay. Von dort oben sah man die vielen Dschunken (Segelschiff chinesischer Bauart), die das Bild der Ha Long Bay prägen. Die Landschaft erinnerte uns stark an den Mu Ko Angthong Nationalpark in Thailand.

Gegen Abend kamen wir an unserem Übernachtungsort in der Ha Long Bay an. Dort stand gegen 17 Uhr Kajaking auf dem Programm. Hierzu wurden wir mit einem kleineren Boot an einen Steg mit Kajaks gefahren. Von dort paddelten wir in den Sonnenuntergang zwischen verschiedenen Schiffen und Steinfelsen. Hier müssen wir anmerken, dass das Kajaking zeitlich nicht optimal gelegt war, da es nach etwa 45 Minuten schon dunkel wurde und wir dann zurück mussten.

Die Zeit nach dem leckeren Abendessen verbrachten wir mit Angeln und Unterhaltungen mit anderen Gästen an der Bar. Ab und zu kam ein Ruderboot mit Einheimischen vorbei, die verschiedenste Snacks und Getränke verkauften, also ein kleiner Bootskiosk. Dies war besonders praktisch, weil die Preise auf dem Schiff (besonders für Alkohol) sehr überteuert waren. Natürlich gab es deshalb auch ein Kaufverbot, was Anton aber trotzdem nicht davon abschreckte sich günstig mit ein paar Bier einzudecken.

2. TAG: Nach einer gemütlichen Nacht in unserer Kajüte auf See wechselten wir nach dem Frühstück auf ein kleineres Schiff und fuhren weiter Richtung Süden mit dem Ziel Nam Cat Island. Auf dem Weg besuchten wir eine schwimmende Pearl Farm. Hier erhielten wir eine Führung mit der Touristenherde und kriegten Einblicke in die Perlenzucht. Schließlich endete die Tour in einem Perlenshop, wo einige der Touristen natürlich in die Falle gingen.

Dann ging es endlich weiter mit der Schifffahrt zu der Insel Nam Cat mitten in der La Bay in der Nähe des Cat Ba Nationalparks. Zwischen den Kalksteinfelsen eröffnete sich uns eine idyllische, kleine, weiße Strandbucht mit auf Holzstegen gebauten Bungalows, wo wir den Tag und eine Nacht verbringen sollten. Nach dem Mittagessen checkten wir in die Bungalows im Nam Cat Island Resort ein und sprangen danach sofort ins kühle Nass.

Gegen Nachmittag machten wir zu dritt eine Kajakfahrt zu den verschiedenen kleinen Inseln in der Nähe. Wir zwei nahmen ein Kajak zusammen und Adeline sollte alleine ein Zweierkajak fahren. Das Steuern eines Zweierkajak erwies sich jedoch als schwierig. So banden wir Adeline an unseren dran. Statt einfacher wurde es leider nur noch schwerer zu steuern und wir erreichten recht abgemüht einen kleinen Strand auf einer benachbarten Insel. Diese war übersäht mit Muscheln und so suchten wir ein paar schöne Exemplare zur Erinnerung. Einige Meter weiter arbeiteten Einheimische und transportierten auf Kopfkörben Erde vom Schiff auf die Insel. Während einer Pause winkten sie uns zu sich und luden uns auf einen grünen Tee ein. Die Verständigung erfolgte mit Händen und Füßen. Dadurch war es aber umso lustiger.

Der Rückweg auf unsere Insel war noch schwieriger als erwartet, weil wir diesmal noch gegen die Strömung paddeln mußten. Somit hatten wir bei der Ankunft erstmal genug vom Kajaken. Nach dem Abendessen spielten wir noch bisschen Ping Pong und Tischfußball und genoßen unseren letzten Abend zu dritt mit Filmschauen und Gesprächen, denn nach diesem Ausflug sollte Adeline wieder alleine weiterreisen. Nach einem Monat zu dritt reisen, erlebt man natürlich viel gemeinsam und es ist schwer sich wieder zu trennen. (Bisou an Adeline)

3.TAG: Am nächsten Tag stand eigentlich nur der Rückweg nach Hanoi über Ha Long City auf dem Programm. Nachdem wir wieder auf unser Schiff (Imperial Junk Boat) wechselten, zeigte uns Mr. Lucky in einem Mini-Kochkurs, wie man die traditionellen vietnamesischen Frühlingsrollen „Nem“ zubereitet. Jeder machte 1-2 Rollen, die anschließend frittiert wurden, und fertig war die Vorspeise für unser Mittagessen. Gegen 13 Uhr kamen wir am Pier an und wurden auf die Busse verteilt.

Insgesamt war es ein gelungener Ausflug und es hat uns im Großen und Ganzen Spaß gemacht. Die Ha Long Bay ist jedoch touristisch sehr überlaufen und vielleicht deshalb nicht gerade jedermanns (Antons) Sache. Wenn man aber fähig ist der Schafsherde zu folgen, kann man ein paar tolle Tage haben.

Hier die gesamte Gallerie:

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