Mu Ko Angthong Marine Nationalpark

18-19.09.2014: Nach ein paar Tagen auf Koh Samui wurde es mal Zeit die Umgebung der Insel auszukundschaften. Hier ist ein beliebtes Reiseziel der nahe gelege „Mu Ko Ang Thong“ Marine Nationalpark. Mit einer Größe von 102 km2 besteht er zu 82 % aus marinen Gebiet und umfasst insgesamt 42 Inseln, die größtenteils aus sehr steilem Kalksteingebirge bestehen.

Da neben den beliebten Tagestouren  (Ausflug mit langsamer Fähre 1100 Baht pro Person) auch Touren mit Übernachtung angeboten wurden (250 Baht im Zweimannzelt), entschieden wir uns natürlich fürs Campen im Dschungel auf einer Trauminsel. Wann bekommt man denn sonst so eine Chance!

Nach Antritt der Reise um 8 Uhr morgens entspannten wir uns zunächst auf der Fähre bei einem leichten Frühstück während der zweistündigen Fahrt zum ersten Zielort: der größten Insel Ko Wua Talap und auch Headquarter des Parks. Bereits der Weg ließ erahnen wie malerisch und paradisisch es dort sein wird. Wir passierten auf dem Weg mehrere kleine Inseln.

Bei Ankunft an der Kha Bay war unser erster Gedanke: endlich haben wir das gesuchte Paradies gefunden: Türkisnes Wasser, feiner weisser Sandstrand mit schattigen Bäumen und Palmen vor einer Dschungelkulisse.

Nach dem Einchecken in unser Zelt machten wir uns für unseren ersten Ausflug fertig: Aufstieg auf den Ko Wua Talap Viewpoint. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht bewußt, auf was für ein Abenteuer wir uns da einließen. 500 m steiler und felsiger Trail durch den Dschungel an die Spitze des Berges in 350 m Höhe bei Temperaturen um die 35 °C. Da jeder ankommende Tourist den legendären Ausblick genießen will (von jung bis alt und die meisten mit Flip-Flops unterwegs), dachten wir natürlich das kriegen wir hin. Wir folgten dem mit Wurzeln bewachsenen Weg, wo wir uns an Bäumen und besonders ihren Wurzeln hochhangelten. Bereits nach den ersten 100 m beim ersten Viewpoint schwitzten wir gewaltig aufgrund der Kombination aus körperlicher Anstrengung, Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit.

Die weiteren 100 m waren genauso anstrengend, so dass wir mittlerweile in unseren durchnässten Klamotten badeten.

Je höher wir stiegen, desto mehr veränderte sich der Trail zu einem sehr steilen spitz-felsigen Weg. Mehr und mehr mussten wir Gebrauch von dem, neben dem Weg gezogenen, an Baumstämen befestigten Seil, machen, um uns teils hochzuziehen oder uns abzustützen aufgrund Mangel an stabilen Auftrittflächen. 50 m vor dem Ziel (dem höchsten Viewpoint nach 500 m) wandelte sich der schattige Trail. Jetzt ging es nur noch extrem steil bergauf, in der prallen Sonne, auf großen spitzen Felsen, mit einem locker runterhängenden Seil und einer klaren Sicht auf den Abgrund. Da standen wir fast am Ziel und konnten es kaum glauben, dass überhaupt Touristen ungesichert auf diesen Aussichtspunkt steigen dürfen. Wohl alles auf eigene Gefahr! Hier in Thailand ist anscheindend alles anders!

Beide total fertig mit den Kräften, kam nun der schwierigste Part auf uns zu. Kneifen vor dem Ende trotz der Erschöpfung? Nicht für Anton! Da dominierten seine russischen über seine deutschen Gene (Dawaj! Dawaj! Dawaj!) und nach 5 Minuten Pause machte er sich auf den steilen Weg, wohlgemerkt ohne Kletterausrüstung. Da ich immer noch keine Kraft sammeln konnte, fieberte ich im Schatten bei seinem Kampf mit. Ein kleiner Griff auf die extrem heißen Felsen in der Sonne ließ mich direkt erahnen, dass der Kletterschwierigkeitslevel noch höher ist als erwartet. Als Anton heil oben angekommen war und mir von oben zurief, wie überwältigend schön die Aussicht sei, saß ich immernoch, aber mittlerweile erleichtert unten. Nachdem auch ich mich einigermaßen regeneriert hatte, kämpfte ich innerlich mit mir. So weit gegangen und aufgeben? Soll die ganze Anstrengung wirklich umsonst gewesen sein ohne die schöne Aussicht als Belohnung? Nein! Ich sprang trotz Höhenangst über meinen Schatten. Die Devise lautete „Nicht nach unten schauen und vermeiden die Felsen zu lange mit den Händen anzufassen“. Letztendlich hatten wir beide unerfahrene Kletterer es geschafft, und sind schon irgendwie stolz drauf! Die phänomenale Aussicht entschädigte uns für die ganze Anstrengung. So entstanden auch diese wunderbaren Bilder für euch.


Nach den Erfahrungen aus dem Altai wissen wir mittlerweilse, dass Aufstieg manchmal sogar einfacher ist als Abstieg. Das war auch hier der Fall. Auf der Plattform sitzend (300 m Höhe) bekam ich nach einiger Zeit leicht Panik, wie ich hier wieder runterkommen sollte. Denn beim Abstieg ist es zusätzlich unausweichlich in den Abgrund zu schauen. Mehrmals durchatmen und konzentrieren war angesagt. Nachdem die 50 m zurückgelegt waren, war der Rest hingegen fast ein Kinderspiel. Seil festhalten, schauen, wo man hintritt, und versuchen nicht zu stolpern. Nach insgesamt 2 Stunden waren wir wieder unten angelangt. Zur Abkühlung sprangen wir ins Wasser und chillten bisschen am Strand, der leider immernoch voll mit Touristen war. Gegen 16 Uhr verließen die letzten Fähren mit Touristen die Insel und wir hatten die paradische Inselidylle für uns alleine.

Nach dem Abendessen im Dorfrestaurant entschieden wir uns noch für einen kleinen Spaziergang durch den Dschungel an eine einsame Bucht auf der anderen Seite der Insel. Wie der Angestellte an der Rezeption sagte, könne man da einen besonderen Sonnenuntergang erleben. Nach 30 Minunten zunächst steil hoch und dann wieder runter, entlang am Seilgeländer (also wieder anstrengender als gedacht), erreichten wir die einsame Bucht. Die einzigen Bewohner dort waren Affen. Da wir wieder ziemlich durchgeschwitzt waren, dachten wir beide wieder nur an eine Abkühlung im kühlen Nass. Schade, dass wir die Badesachen nicht mitgenommen hatten. Kurz Anton aus den Augen gelassen, stand er bereits nackt vor mir und lief schreiend ins Wasser. So genießt man das Leben!

Am späten Abend machten wir es uns am Strand unter dem Sternenhimmel gemütlich. Wirklich romantisch. So hell waren die Sterne tatsächlich lange nicht mehr. Vor dem Schlafengehen wurden noch brav alle Moskitos im Zelt getötet. Dann versuchten wir bei ungewohnten Dschungelgeräuschen einzuschlafen.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf um den Sonnemnaufgang zu betrachten.

Nach dem Frühstück stand noch die Besichtigung der Bua Bok Höhle auf dem Plan. Nach einem (wieder) steilen und klettrigen Trail, der uns nach den Erfahrungen vom Vortag nicht mehr schockieren konnte,  genoßen wir die Kühle in der Höhle.

Gegen 12 Uhr ging unser Ausflug mit dem Reiseveranstalter weiter und wir mußten die Trauminsel verlassen. Nach den ganzen sportlichen Aktivitäten freuten wir uns auf unser Mittagessen auf der Fähre, bei dem wir ordentlich zulangten.

Anschließend war der nächste Stopp die Insel Mae Ko. Vom Aussichtspunkt dieser Insel (Zugang diesmal über Treppen) kann man den wunderschönen Salzwassersee Thale Nai betrachten: Smaragdgrünes Wasser umgeben vom Kalksteingebirge. Nach dem Entspannen an der kleinen Inselbucht (die nicht mehr so spektakulär aussah wie bei Ko Wua Talap), traten wir den Nachhauseweg nach Ko Samui an.

Diesen Ausflug in den traumhaften Mu Ko Anthong Nationalpark werden wir nie vergessen und können ihn auch jedem nur weiterempfehlen.

Antwort auf Mu Ko Angthong Marine Nationalpark

  1. […] wir haben ja Brigitte und Anton von wolkenzähler.de getroffen. Sie sind bis ganz nach oben geklettert und haben auch ein Foto gemacht, wie es dort oben […]

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