Koh-Samui – Rollertour in den Westen und Süden

22.09.2014: Für die zweite Etappe unserer Erkundung von Koh Samui waren wir wieder mit dem Roller unterwegs. Diesmal fuhren wir die Westküste und den Süden ab. Es standen der Hin Lad-Wasserfall, der Wat Khao Chedi und Lameso Pagoda im äußersten Süden von Samui sowie der mumifizierte Mönch im Wat Rao Khunaram und der Wat Sila Ngu (roter Tempel) auf dem Plan.

Ausgehend von unserer Basis in Maenam ging es gegen 11 Uhr los (ja, wir sind Spätaufsteher). Wir fuhren mit dem Roller über die Ringstraße nach Westen in Richtung Hin Lad-Wasserfall. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Halt am Pier, wo wir uns die Fährentickets für die Weiterreise nach Koh Phangan (Songserm, 300 Baht p.P., inkl. Transfer von Maenam ans Pier) organisierten. Dann gings weiter zum Wasserfall. Dieser ist nicht direkt über eine Straße zugänglich und die letzten 2 km muß man über einen Dschungelpfad zurücklegen. Es heißt, dies ist nicht ganz einfach, aber nach den Treks im Angthong Nationalpark konnte uns nichts mehr schocken. In der Tat war es auch weniger anstrengend als erwartet. Mit ordentlichen Trekkingsandalen war es eigentlich ein Klacks. Die Temperaturen und die Luftfeuchte waren zwar recht hoch, aber die vielfältige Flora, die vielen Dschungelgeräusche und der Anblick der riesigen, massiven Felsbrocken im Flussbett lenkten uns ganz gut ab. Nach ca. 45 min hatten wir dann den Wasserfall erreicht. Dieser war nicht sehr hoch aber, wahrscheinlich wegen der schönen Umgebung, dennoch sehr beeindruckend.

Doch hier kehrten wir nicht um. Brigitte hatte irgendwo im Netz gelesen, daß es oberhalb auch noch einen weiteren Wasserfall gibt, den eigentlich nur Einheimische kennen, wo es keinen richtigen Weg hin gibt und wo so gut wie nie Touristen hinkommen. Das war natürlich eine Herausforderung für uns! Wir checkten beide Seiten des Wasserfalls ab. Die linke war weniger steil, also musste es dort entlang gehen. Da wir keinen Pfad fanden, kletterten wir im Dschungel die Felswände, die uns am wenigsten steil vorkamen, hoch und versuchten nicht dran zu denken, daß wir irgendwann auf diesem Weg auch wieder zurück mussten. Mit Mühe und Not kamen wir an eine Lichtung und setzten ein paar Markierungen für den Rückweg. Der Fluß war immer noch nicht sichtbar und überall waren große rote Ameisen, die wie wild anfingen ihr Revier zu verteidigen. Wir hatten keine Lust auf die Bisse und schlugen uns hektisch in die Richtung, wo wir den Fluß vermuteten, durch das dichte Gestrüpp. Bis dahin dachten wir im Dschungel gibt es keine richtigen Dornen. Stimmt nicht! Ordentlich zerkratzt und mit Ameisen an den Beinen kamen wir irgendwie an den Fluß durch und sahen, daß wir uns nun oberhalb des ersten Wasserfalls befanden.

Ob sich das geloht hat, dachten wir und blickten uns um. Flussaufwärts sah man den schmalen Wasserlauf um eine scharfe Kurve biegen. Brigitte sagte, sie kenne dieses Bild von dem Foto aus dem Netz, wir wären gleich da. Und tatsächlich etwa 200 m weiter fanden wir den versteckten Wasserfall. Es war traumhaft. Nicht besonders hoch (etwa 12-15 m), aber sehr konzentriert fiel das Wasser von einer steilen Felswand. Wir zogen direkt unsere Badeklamotten an und stiegen in die sprudelnden Wassermassen. Das ist mal eine richtige Thai-Massage! Hinter dem Wasserfall gab es sogar noch eine kleine, vom Wasser ausgespülte Höhle, so wie man es sich halt so vorstellt. Echt klasse halbwegs geschützt hinter der Wasserwand zu stehen und nach außen zu blicken. Wir verbrachten noch etwa eine Stunde an diesem zweiten Wasserfall, in der wir dort oben keine Menschenseele sahen, sonnten uns auf den Felsen und gingen immer wieder baden.

Auf dem Rückweg fanden wir dann auch einen versteckten Pfad neben dem ersten Wasserfall, der unter Sträuchern verlief und wo auf den Felsen Markierungen mit weißer Farbe waren. Wüsste man nicht, daß da was ist, würde man es wahrscheinlich für Flechtengewächse halten. Dieser Weg war auch einfacher als unserer, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

Als nächstes fuhren wir nach Süden, runter von der Ringstraße. Es ging durch weite Kokosnussplantagen an den äußersten Südzipfel von Samui. Dort befindet sich der Wat Khao Chedi auf einem kleinen, aber recht steilen Hügel. Hier kommen nur wenige Touristen hin. Aber unserer Meinung lohnt sich ein Ausflug zu dem großen schlafenden Buddha. Zudem hat man von der Anhöhe auch einen schönen Ausblick auf die Südküste.

Für ein Foto machten wir kurz halt an der goldenen Lameso Pagoda. Dann ging es weiter zur nächsten Touristenattraktion, dem mumifizierten Mönch im Wat Rao Khunaram. Den Tempel und die in der Glasvitrine sitzende Mönchsmumie mit aufgesetzter Sonnenbrille fanden wir aber weniger beeindruckend, weshalb es auch direkt weiter ging.

Zurück nach Maenam nahmen wir wieder die Dschungelstraße von Lamai über die Berge. Zuvor machten wir jedoch noch einen kurzen Zwischenstopp im Wat Sila Ngu. Dieser rote Wat war eine schöne Abwechslung zu den ansonsten eher goldenen Tempeln. Kurz bevor es dunkel wurde, kamen wir dann wieder in unserer Homebase in Maenam an.

Auch dieser Ausflugstag mit dem Roller hat uns sehr gut gefallen. Besonders der Trek zum (versteckten) Hin Lad-Wasserfall war eine tolle Erfahrung.

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