Koh Samui – Rollertour an die Ostküste

17.09.2014: Nachdem wir uns im Wazzah Resort auf Koh Samui etwas eingelebt hatten, ging es daran die Insel zu erkunden. Wir checkten die Landkarte sowie die möglichen Ausflugsziele und beschlossen die Ausflüge in zwei Etappen aufzuteilen. Die erste Tour sollte an die Ostküste gehen. Auf unserem Plan standen die Felsformationen Hin Ta und Hin Yai, die Namuang-Wasserfälle 1 und 2, der Viewpoint Lad Koh an der Ringstraße bei Lamai und der Strand in Chaweng.

Wir entschieden uns gegen geführte Touren (ab 1000 Baht aufwärts) und mieteten in unserem Resort einen Roller für 250 Baht pro Tag. Der Preis war zwar 50 Baht höher als an der Hauptstraße, aber es hatte den Vorteil, daß wir keinen Pass als Pfand hinterlegen mussten. Zudem waren wir gegen kleinere Beschädigungen,  wie Kratzer an der Verkleidung versichert. Nach einer kleinen, zugegebenermaßen etwas wackligen Probefahrt (absolut keine Erfahrung mit Rollern), ging es dann los. Wir wählten anstelle der stärker befahren Ringstraße lieber die weniger frequentierte Route über die Bergstraße durch den Dschungel von Maenam nach Lamai. Wie wir feststellen mussten, hatte aber auch sie es in sich. Zumindest an einer Stelle musste Brigitte vom Roller abspringen, sonst hätten wir die Steigung von über 20 % nicht geschafft. Irgendwie sind wir dann doch über den Bergpass bis nach Lamai gekommen.

Als erstes ging es an die Felsformation Hin Ta und Hin Yai (Großmutter- und Großvater-Felsen) an der Küste etwas südlich von Lamai. Diese beiden riesigen Felsen, welche mit zu den bekanntesten Touristenattraktionen auf Samui zählen, werden von den Einheimischen als Fruchtbarkeitssymbole verehrt und haben mit ein etwas Phantasie die Form der männlichen und weiblichen Geschlechtsteile. Wir alberten ein wenig herum und fuhren nach einem kurzen Mittagessen weiter.

Der nächste Stopp war am Namuang-Wasserfall 2. Dieser ist nicht direkt über eine Straße zugänglich und den letzten Kilometer mussten wir zu Fuß laufen. Zwar gibt es auch die Möglichkeit für 100 Baht mit einem Laster hochgefahren zu werden, aber die Blöße wollten wir uns nicht geben. Schließlich hatten wir im Altai auch den 22 km-Trek zu den Karakolskie Seen geschafft. Bei den tropischen,  thailändischen Temperaturen schwitzten wir zwar etwas, aber der kurze Dschungelpfad stellte kein wirklich ernstzunehmendes Problem für uns dar. Der Wasserfall war ein ausgesprochen schöner Anblick. Mit seiner beeindruckenden Höhe von 80 Metern war er nicht der Niedrigste, und auch die sattgrüne Umgebung machte was daher. Auf jeden Fall lohnenswert. Etwas unterhalb des Wasserfalls gab es auch einen kleinen Wasserpark, den Samui Tropical Garden. Der Preis ca. 300 Baht für die Benutzung der Wasserrutsche schreckte uns jedoch etwas ab.

Weiter gings zu dem Namuang-Wasserfall 1. Zu diesem gab es auch eine direkte Zufahrt. Vom Bezahl-Parkplatz (20 Baht) waren es nur ca. 100 m über eine asphaltierte Straße zum Wasserfall. Da fehlt schon irgendwie das Abenteuer. Auch der Wasserfall war weniger beeindruckend. Er war relativ niedrig (nur 18 m) und es waren viele Touristen da. Eine Gruppe von Indonesiern hatte sogar ihr Mittagessen auf die Felsen am Wasserfall verlegt, andere badeten. Zum einen macht sowas das letzte bisschen Idylle kaputt, zum anderen war es dadurch auch schwierig ein brauchbares Foto zu schießen. Daher fanden wir den Nuang Wasserfall 1 eher enttäuschend.

Als nächstes ging es über die Ringstraße die Ostküste entlang bis an den Lad Koh-Viewpoint zwischen Lamai und Chaweng. Von dort hatte man eine schöne Aussicht auf den Chaweng Beach, dessen weißen Sand man schon von Weitem gesehen hat. Beeindruckt von dem Küstenstreifen machten wir uns auf diesen angeblich schönsten Strand von Koh Samui in Chaweng zu besichtigen. Da wir noch unerfahren auf dem Roller waren, erschreckte uns der dichte und stressige Verkehr auf dem Weg dorthin. Definitiv war dies einer der beliebtesten Touristenorte: überlaufene Bars und Restaurants, viele Krimskrams-Touristenläden, einige bereits am Nachmittag betrunkene Touristen und natürlich Stau an den Hauptstraßen. Ein totaler Gegensatz zum ruhigen Maenam-Beach, auch in der Nebensaison. Nachdem wir mit Mühe und Not die Einfahrt zum Strand fanden, weil wohl die Beschilderung fehlte oder auch weil sie von uns wegen den vielen Werbeplakaten übersehen wurde, kamen wir bereits leicht gestresst an. An den Jetskis vorbei reihte sich eine Strandbar an der nächsten. Nachts geht hier wohl wirklich die Post ab. Also eher nix zum Chillen. Dagegen waren wir vom dem Strand an sich sehr positiv überrascht. Feiner weißer Sand am relativ steil abfallenden Ufer eignete sich gut zum Sonnen und Schwimmen. Auch die etwas größeren Wellen als in Maenam gefielen uns sehr. Unserer Meinung nach zurecht der schönste Beach Koh Samuis. Wir blieben noch bis zum Sonnenuntergang und fuhren dann zurück in unser Resort in Maenam.

Unseren ersren Ausflugstag auf dem Roller haben wir sehr genossen. Man kann seine Ziele selbst wählen, ist einfach frei und unabhängig. Das kann man jedem nur weiterempfehlen.

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