Koh Phayam – Erster Halt in der Andamanensee

03-07.01.2015: Nachdem wir beim letzten Thailand-Besuch die Inseln im Golf von Thailand unsicher gemacht haben, war diesmal die Andamanensee an der Reihe. Der erste Halt sollte die ruhige Insel Koh Phayam, die in Thailand noch zu den touristisch eher weniger überlaufenden Inseln zählt.

Nach dem Rutsch ins neue Jahr verließen wir Bangkok mit neuem Reisedrang und freuten uns sehnsüchtig wieder das Meer zu sehen. Wenn man viel Zeit in Asien verbringt, gehört das Meer einfach selbstverständlich dazu und man kann einfach nicht mehr ohne. Der innere Rhythmus ändert sich und man hat das Gefühl das einem etwas fehlt. Besonders in Großstädten hält man es dann nicht mehr lange aus. Die Städte erscheinen einem einfach stressig und laut, mehr als je zuvor.

Auf der Suche nach neuen Inselabenteuern verschlug es uns nun auf die Insel Koh Phayam in der Andamanensee. Wir lernten aus unseren letzten Fehlern und kauften diesmal die Bustickets in die Küstenstadt Ranong am Bangkok-Busterminal und nicht in einer Reiseagentur. Im Bus waren hauptsächlich Thais und das Preis-Leistungsverhältnis war unschlagbar (466 Baht p.P.). Komfortable Sitze mit viel Platz und sogar einer Bus-Stewardess. Aha, so reisen die Thais!

Als wir in Ranong-City nach etwa 6 Stunden Fahrt um 4 Uhr morgens ankamen, mussten wir noch ein Sammeltaxi für 80 Baht ans Pier nehmen. Hier ließen wir uns doch bisschen übers Ohr hauen, denn der normale Preis liegt bei 50 Baht. Aber es war früh morgens und der Fahrer hatte seine Karten gut ausgespielt. Nun hieß es nur noch warten bis 9 Uhr bis die langsame Fähre nach Koh Phayam ablegen würde (200 Baht p.P.). Gegen Mittag kamen wir dann endlich auf der Insel an und stellten mit Erstaunen fest, dass es dort keine richtigen Strassen gibt. Das einzige Transportsystem sind Rollertaxis. Dies war uns auf Thailands Inseln bisher neu und es gefiel uns. Auf der Insel gibt es nur zwei Strände, den Long Beach und Buffalo Bay. Jeder von uns nahm sich ein Taxi und wir ließen uns an den Long Beach im Südwesten der Insel fahren (70 Baht p.P.). Dort liefen wir in der Mittagshitze den ganzen Strand bis zum Ende ab auf der Suche nach einer Unterkunft und fanden tatsächlich mit etwas Glück (aber auch Können, denn mittlerweile hatten wir schon ein Gefühl, wo man suchen sollte) das bisher günstigste Bambusbungalow (200 Baht p.N.). Diese waren wirklich primitiv. Doch was braucht man am Strand mehr als ein Bett, eine Dusche und eine Glühbirne für den Abend?

Long Beach war ganz schön, aber auch so flach, dass sich bei Ebbe das Wasser ziemlich weit zurückzog und das Schwimmen kaum möglich war. Irgendwie nicht so richtig unser Ding.

Am zweiten Tag beschlossen wir an den anderen Strand im Norden, den Buffalo Bay, zu laufen. Der Spaziergang war schon eigen: der Pfad führte durch den Dschungel bis an ein Mokenvillage (Seenomadendorf) und endete an einem Fluß. Da gerade Ebbe war, war das Floß, das üblicherweise zur Überquerung verwendet wird, nicht brauchbar. Zurück wollten wir nicht ohne Buffalo Bay gesehen zu haben und so watteten wir durch das schlammige Flußbett auf die andere Seite.

Nach einem kurzen Marsch vorbei an ausgedehnten Magrovenwäldern erreichten wir dann kurz darauf den Buffalo Bay. Hier war es deutlich ruhiger und die Bucht beeindruckte uns so sehr, dass wir beschlossen hier auch ein paar Tage zu verbringen.

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf den Weg an die Buffalo Bay. Da es am Vortag so gut geklappt hat, sind wir diesmal den gleichen Weg mit unserem Gepäck gelaufen. Nach etwa einer Stunde standen wir wieder am Flußbett, doch diesmal war Flut. Tolle Überraschung! Also mussten wir diesmal wirklich mit dem improvisierten Floß auf die andere Seite. Das Floß bestand aus ein paar Brettern, die auf zwei leeren Metallfässern montiert waren. Und über dem Fluß waren Seile gespannt, an denen man sich hinüberziehen musste. Etwas skeptisch, aber ohne eine andere Wahl wagten wir diese Überfahrt mit wackligen Knien. Es war schon ziemlich anstrengend, aber irgendwie schafften wir es hinüber. Jetzt erst wurde uns bewusst, was für ein Glück wir hatten, dass das Floß auf der richtigen Seite gewesen war. Denn auf der anderen Seite sahen wir nun zwei weitere Touristen, die dort gerade angekommen waren und etwas ratlos am Flußufer standen. Wie gut für sie, dass Brigitte so eine gute Seele ist. Sie schnappte sich das leere Floß und fuhr nocheinmal über den Fluß zurück, um die beiden dort abzuholen.

Am Buffalo Bay suchten wir uns wieder eine günstige Unterkunft. Diesmal zwar nicht direkt am Wasser, aber dafür in unserer Preisklasse (300 Baht). Bei Flut sah der Strand hier noch viel besser aus. Kristallklares türkis-farbenes Wasser und feinster weisser Sand – was will man mehr.

In der Mitte der sichelförmigen Bucht gab es zudem schöne Karststeinformationen, wo wir in den nächsten Tagen öfters chillten.

Bei Ebbe war auch am Buffalo Bay schwimmen nicht möglich, da sich wie auch am Long Beach das Meer einige hundert Meter zurückzog. So liefen wir bei Ebbe halt im der Wattlandschaft herum. Witzig waren hier die Wanderungen der vielen verschiedenen Mangrovenkrabben.

Koh Phayam hat uns super gefallen. Sie ist eine schöne, entspannte Insel ohne viel Verkehr. Zwar nicht optimal zum Schwimmen oder Schnorcheln, aber dafür mit einer beeindruckenden Mangroven- und Wattlandschaft. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Hier die gesamte Galerie:

2 Antworten auf Koh Phayam – Erster Halt in der Andamanensee

  1. Hallo ihr Beiden,

    danke für den schönen Bericht !
    Da kommen bei uns doch wieder Erinnerungen hoch !
    Ok, die Insel ist nicht wirklich zum Schwimmen, aber so richtig abhängen und den Kopf frei bekommen kann man dort !!

    Liebe Grüße
    Bibo & Tanja

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