Georgetown – Stadt des Streetart

09-13.02.2015: Nach fast zwei Monaten Thailand ging es auf in neue Gewässer, nämlich nach Malaysia. Hier besuchten wir an der Westküste Malaysias als erstes die Künstlerstadt Georgetown auf der Insel Penang.

Nach fast zehn Stunden im Minibus kamen wir endlich auf Penang an. Die Strecke von Koh Lanta nach Penang ist halt schon recht lang (1000 Baht p.P.). Es gab eigentlich nur zwei Stopps, einer davon war die Grenze. Hier wurde auch alles schnell abgewickelt, aber schön hat der Grenzübergang nicht ausgesehen. Irgendwie alles alt und vergammelt. Noch konnten wir uns nicht vorstellen, dass hier der Wohlstand größer sein soll als in den asiatischen Ländern, die wir schon hinter uns hatten. Als wir dann gegen Abend langsam Richtung Butterworth-Stadt kamen und die Penangbrücke überquerten, wurde es uns dann doch klar: Zivilisation, wie wir es aus Europa kennen. Das hatten wir irgendwie nicht so erwartet. Im Dunkeln ragten leuchtende, moderne Hochhäuser Inseln in den Himmel.

Nun standen wir da abends in der Hauptstraße der Altstadt von Georgetown. Keine malaysischen Ringits in der Tasche und auch sonst kein Plan, wo was ist. Wir tauschten zunächst die letzten thailändischen Bahts um und folgten anschließend unserer Nase auf der Suche nach einer Unterkunft. Und diese führte uns gut, denn wir fanden schon bald das Hostel-Viertel. Trotzdem dauerte es noch etwa zwei Stunden bis wir total entnervt, müde und hungrig in unserer Unterkunft eincheckten. Denn auf die Schnelle findet man dort nichts günstiges, wenn man sich nicht auskennt. Und so hilft nur überall an die Tür klopfen. Letztendlich fanden wir ein gutes Angebot (75 Travellerlodge, 50 RM p.N.), auch wenn wir es in diesem Moment noch nicht so realisierten. Nach der langen Lauferei in voller Montour waren wir ziemlich gereizt, und der chinesischer Besitzer mit seinen schnippigen Kommentaren war auch nicht gerade hilfreich. Ab ins Bett und den Frust ausschlafen. Neuer Tag, neues Glück!

Den ersten Tag nutzten wir, um uns Überblick zu verschaffen, die Finanzen auf Trab zu bringen und Verpflegung zu organisieren. Die 7Eleven-Supermärkte taugen hier leider nicht zum Eindecken mit den nötigsten Nahrungsmitteln wie in Thailand. Und so machten wir uns auf die Reise mit einem Linienbus zum nächsten Tesco-Supermarkt (4 RM p.P.). Reise, weil die Fahrt durch die moderne Stadt, um die 1,5 h dauerte. Hierbei stellten wir fest, dass fast alle Malaysier ein Auto besitzen und nur vereinzelt Rollerfahrer unterwegs waren. Wir fragten uns, woher wohl das ganze Geld kommt. Später erfuhren wir, dass Malaysia reich an Rohstoffen wie Kautschuk, Erdöl, Erdgas, Zinn und Palmöl ist und die Erlöse aus deren Handel zu einer rasanten industriellen und technischen Entwicklung seit den 90igern führten.

Am zweiten Tag schauten wir uns die Altstadt von Penang genauer an. Beim „genauen“ Hinschauen erkennt man, dass die Altstadt neben historischen Gebäuden und Tempeln auch noch einiges an Kunst für Lau zu bieten hat, nämlich jede Menge Streetart. Diese bemerkt man oftmals nicht direkt, weil die Malereien sich so gut in das Straßenbild fügen und mit den Gebäuden praktisch verschmelzen. Deshalb organisierten wir uns eine Altstadtkarte mit Streetart-Markierungen und machten uns auf die Suche.

Einige waren leicht, andere eher schwer zu finden. Andere wiederum haben wir gar nicht gefunden. Vielleicht existieren sie bereits nicht mehr. Auf jeden Fall fühlten wir uns wie bei einer Schnitzeljagd. Es machte uns auf jeden Fall einen Riesenspaß! Streetart ist echt die beste Methode um aus alt neu zu machen. Zudem stehen auch überall ausgeflippte Statuen und Figuren herum, was nochmals verdeutlicht, dass hier viele Kunstliebhaber wohnen.

Der nächste Tag war für den Nationalpark auf Penang verplant. Wir nahmen den günstigen Linienbus aus der Altstadt und fuhren über die Küstenstraße in den Norden der Insel (8 RM p.P.). Hier wurde uns nochmal klar, wie bebaut hier die Küste ist. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass die Malaysier die Hochhäuser besonders lieben. Vielleicht gab es unterwegs ein paar schöne Buchten, aber die konnten wir von der mit hohen Gebäuden zugebauten Küstenstraße leider nicht richtig erkennen. Eher nicht unser Ding. Aber wir waren ja eh auf dem Weg zum Nationalpark, um noch einen Teil der übrig gebliebenen Naturwelt zu bestaunen (Eintritt gratis). Wir trekkten durch den saftig grünen Dschungel. Mann, war das wieder ein tolles Gefühl! Auf dem Weg trafen wir sogar ein paar Affen.

Als Ziel setzten wir uns die Schildkrötenbucht und freuten uns total diese in freier Natur zu sehen. An der Bucht angekommen, mußten wir aufpassen, wo wir hintraten. Denn Schildkröten verbuddeln ihre Eier im Sand, bevorzugt Strandnähe. Wenn die Schildkrötenbabies schlüpfen, laufen sie dann direkt ins Meer. Doch leider überleben nicht alle, da einige von Möven gefressen werden. Darwins Gesetz. Diesem Schauspiel kann man auch im Park zuschauen, doch leider nicht zu der Zeit, als wir da waren. Die einzige Möglichkeit welche zu sehen, war in der Schildkrötenauffangstation. Diese war aber schon geschlossen, aber zum Glück öffnete uns ein Mitarbeiter netterweise die Tore und erlaubte uns einen Rundgang (Öffnungszeiten bis 16:30). Wir waren echt erleichtert, dass der lange und anstrengende Weg wenigstens nicht umsonst war. Dort sahen wir dann im kleinen Pool gerettete Schildkrötenbabies. Total süß!

Die Bucht am Nationalpark war super schön und sauber. In der Nähe gab es auch einen Zeltplatz, jedoch ist es nicht erlaubt am Strand zu Schwimmen. Auf jeden Fall hat sich der Ausflug gelohnt.

Penang war mal eine schöne Abwechslung und eine bunte Mischung. Stadt, Kunst, Strand und Dschungel. Von allem ein Bißchen!

Hier die gesammte Galerie:

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