Vang Vieng – Secret Eden Trek

15.10.2014: Nachdem wir uns in den ersten Tagen einen Überblick über Vang Vieng und das Aktivitätsangebot verschafft hatten, entschieden wir uns für eine geführte Trekking-tagestour in die Berge, um das schöne, grüne Umland auch mal hautnah zu erleben. Der Dschungeltrek beinhaltete neben dem Besuch eines laotischen Dorfes den Aufstieg auf zwei steile Berge, Grillen im Tal an einem Fluß, Besichtigung zweier Höhlen und Tuben in einer dunklen Wasserhöhle.

Auf der Suche nach einer naturnahen, ursprünglichen und bezahlbaren Trekkingtour stießen wir in Vang Vieng auf die Ökotourismus-Agentur V.L.T. Natural tours. Diese ist ein lokaler Konkurrent zu dem in Laos weit verbreiteten Konzern Green Discovery. Hier wurde uns für die „Secret Eden“ Tour 264000 Kip p.P. (27 € p.P., bei 3 Personen) angeboten, was ein ähnlicher Preis zu Green Discovery ist. Die private 8 stündige Tour beinhaltete einen einheimischen, englischsprachigen Guide, der uns durch den Dschungel führt, ein Mittagessen und Besuche verschiedener Dörfer und Höhlen.

Und so ging es für uns drei (Anton, Brigitte und Adeline) bereits am nächsten Tag morgens um 9 Uhr los. Zunächst nahmen wir in einem Tuktuk mit weiteren Touristen Platz, die eine Kayaktour gebucht hatten. Wir fuhren 30 min aus der Stadt Vang Vieng hinaus und wurden mit unserem Guide Eh an der Hauptstraße rausgelassen. Da sahen wir bereits in einiger Entfernung die schöne Passage über das Kalksteingebirge, die uns bevorstand. Es ging zunächst eine Weile über eine steinige Straße in Richtung der Berge vor uns, was schon mal eine gute Aufwärmung war. Hier passierten wir weite Reisfelder.

Diese Straße führte uns dann durch ein Hmong-Dorf. Die Hmong sind eine von drei Minderheiten-Tribes in Laos. Vorbei an einer einheimischen Grundschule ging es kurze Zeit durch das Gesprüpp bis zum Fuße des Pathao-Berges.

Bilder

Hier began nun der dichte Dschungel und es ging über schmale Pfade etwa eine Stunde steil bergauf. Unser 23-jähriger Guide Eh hatte ein strammes Tempo drauf. Anfangs ging es noch, aber mit der Zeit schafft einen die Kombination aus körperlicher Anstrengung und hoher Luftfeuchtigkeit, die besonders auf den Kreislauf geht. Eh schwitze auch ziemlich und wir wunderten uns wie er beidiesen Temperaturen ganzkörperbekleidet hiken kann. Er erzählte uns, er genoß es diese Trekkingtouren zu führen, da er so in der Natur sein durfte, ein Workout hatte und mit seinem Hobby sich ein kleines Taschengeld (8 $ pro Tour) hinzuverdienen konnte.

Während dem Aufstieg machten wir Halt an einer kühlen Höhle. Wir wurden mit Headlights ausgestattet und konnten uns in der dunklen Höhle umschauen. Überall waren große Stalaktiten und Stalakmiten und von der Decke tropfte es. Am Boden hatten sich dadurch über die Jahre wunderschöne glänzende Muster von auskristallisierten Mineralien gebildet. Der Boden war zudem sehr rutschig.

Nach einer halben Stunde ging es mit dem Aufstieg durch den Dschungel wieder weiter. Oben angekommen genoßen wir die Aussicht und es ging nun steil bergab ins Tal.

Unten angekommen konnten wir auf gerader Stecke etwas durchatmen und bewunderten dabei die atemberaubende Landschaft: das saftig grüne, unberührte Tal war auf beiden Seiten umschloßen von hohen Bergen. Überall flatterten Schmetterlinge umher. Jetzt wurde uns klar, warum die Tour „Secret Eden Trek“ genannt wird. Einfach traumhaft!

Hier befand sich auch eine traditionelle laotische Farm am Fluß. Vor dem Fluß suchten wir eine Überquerungsmöglichkeit. Der Guide beobachtete uns kurz und sagte lachend, dass wir da durch müssten. Zunächst dachten wir er macht Witze, sahen ihn direkt darauf mit seinen brandneuen weißen Chucks durch das Wasser laufen. Zum Glück hatten wir unsere Trekkingsandalen an. Der Weg durch das Flußbett war schon sehr abenteuerlich, da die Steine sehr wackelig und rutschig waren und man sich nicht abstützen konnte, während wir uns gegen den Flußstrom kämpften. Nach 3 Stunden Fußmarsch machten wir endlich Rast an einer schönem Bergfluß, der in einer Höhle unter dem Berg verschwand. Unser Guide machte am Eingang dieser auf einer Felserhebung Feuer und grillte für uns zum Mittagessen Gemüse-Obst-Hähnchen-Spieße. Dazu gab es ein Baguettbrötchen und Gemüsereis. Es war herrlich in der Natur vor dem Bergfluß frisch Gegrilltes zu essen. Auch die unzähligen Schmetterlinge waren anscheinend sehr froh über unseren Besuch, denn sie saßen abwechseld bei uns Dreien auf der Schulter.

Ausgeruht und voller neuer Kraft ging es nach dem Mittagessen hinauf zum zweiten steilen Bergaufstieg. Da wir diesmal tiefer im Dschungel waren, wurde die Vegetation dichter. Unseren Guide Eh störte das natürlich nicht, denn für diese Fälle hatte er seine fette Machete dabei, mit der er sich den Weg freikämpfte. Auf einmal stürzte er sich wie ein Verrückter auf eine Palme, hängte sich an den Stamm und versuchte sie so zu fällen. Da es nicht funktionierte, nahm er kurzerhand die Machete und fing an in den Stamm zu hacken. Kurz vor dem letzten Stoß gab er uns kurz die Anweisung in welche Richtung wir uns stellen sollten, damit uns der Baum nicht auf den Kopf fällt und schon kam uns auch die etwa drei Meter große Palme entgegen. Warum das Ganze fragten wir uns? Da sahen wir schon wie er drei melonengroße Papayas einsammelte. Eine wurde direkt zerlegt und Eh sagte: „Gut, gut. Gibt Energie und Wasser. Jetzt wisst ihr, wie man im Dschungel überleben kann.“ An der Spitze des Berges angekommen konnte uns aber die Aussicht nicht entlohnen, da dichter Dschungel uns die Sicht versperrte. Und so ging es weiter, diesmal steil nach unten. Auf dem ganzen Weg zogen wir uns einige blaue Flecken, Schürf- und Kratzwunden zu, weshalb wir nun verstanden, warum Eh eine lange Hose und geschlossene Schuhe trug.

Wieder im Tal passierten wir weitere Reisfelder und ein kleines Dorf bis wir an eine Wasserhöhle am Fluß kamen. In das Innere der 200 m langen Höhle gelangte man auf dem Wasser in einem Autoschlauch, was auch Water Cave Tubing genannt wird. Das Wasser war recht kalt. Wir zogen uns am Seil entlang in die dunkle Höhle und schalteten die Stirnlampen auf dem Hinweg ein. Auf dem Rückweg wurden die Lampen ausschaltet. Das ist schon etwas unheimlich, aber trotzdem spassig.

Die letzte Station war die Elefantenhöhle in einem benachbarten Dorf. In der relativ kleinen Höhle mitten im Dorf gibt es einen Buddah-Schrein vor einem riesigen vergoldeten Fußabdruck von Buddah. Zudem findet man in der Höhle eine Felsformation, die mit etwas Phantasie einem Elefanten gleicht. Diese ist total unspektakulär, auch wenn sie der Guide mit traditionellen Geschichten versuchte auszumalen.

Gegen 17 Uhr machten wir uns dann endlich im Tuktuk auf den Heimweg und genoßen während der Fahrt einen schönen Sonnenuntergang.

Diese naturnahe, abenteuerliche Wanderung war definitiv ein Highlight in Laos und ist wirklich zu empfehlen.

Hier noch die gesamte Galerie:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.