Vang Vieng – Party, Tubing und Alkohol für umme

13-19.10.2014: Unser nächster Stop in Laos war das Partystädtchen Vang Vieng. An einem Fluß zwischen hohen Kalksteingebirgen gelegen ist Vang Vieng vor allem berühmt für seine ausgelassenen Tubing-Partys mit reichlich Alkohol und sonstigen Rauschmitteln.

Ausgehend von Luang Prabang nahmen wir morgens um 10 Uhr einen Bus nach Vang Vieng. Obwohl wir einen VIP-Bus für die 6-stündige Fahrt gebucht hatten, wurden wir doch in einen kleinen Local Bus geladen. Auf Nachfrage, wieso das Downgrade, wurde uns erklärt, daß der große Bus wegen Defekt ausgefallen war. Geld zurück gab es natürlich auch nicht. Nun ja, was will man machen. So ging es mit dem kleinen Bus über kurvige Bergstraßen Richtung Süden. Wir hatten uns wenigstes einen ordentlichen Sitz gesichert. Andere hatten weniger Glück und mussten mit kleinen ausklappbaren Sitzen zwischen den beiden Sitzreihen Vorlieb nehmen. Da kamen langsam die ersten sarkastischen „VIP, VIP!“-Rufe.

Nach etwa einer Stunde merkten wir an einem komischen Geräusch, daß mit dem Bus etwas nicht stimmte. Der Fahrer bekam zunehmend Probleme mit der Lenkung und begann verdächtig oft aus dem Fenster auf das linke Vorderrad zu schauen. Kurz darauf wurde auf einer Bergstraße mitten im Nichts rechts rangefahren. Der Fahrer kletterte bewaffnet mit einem kleinen Schraubenzieher unter den Bus und nach einer kurzen Inspektion kam die Diagnose – das Kugellager ist hinüber. Ganz toll! Der Fahrer hat dann nach Ausprobieren mehrerer Handys (kaum Empfang in den Bergen), es geschafft jemanden in Luang Prabang zu erreichen und ein Ersatzteil zu ordern. Bis es ankommt, drei bis vier Stunden Zwangsaufenthalt. „VIP, VIP!“ Wenigstens war die Truppe im Bus ganz lustig drauf. Ein etwas crazy Koreaner packte direkt seinen Bluetooth-Lautsprecher aus und sogleich dröhnte aus den kleinen Boxen „I will survive“ von Gloria Gaynor, wozu er wie wild anfing zu tanzen. Wir machten es uns auf der Straße gemütlich und genossen die frische Bergluft.

Einige ganz Ungeduldige hielten einen vorbeifahrenden LKW an und überredeten den Fahrer sie gegen Bezahlung mit nach Vang Vieng zu nehmen. Dann schnappten sie sich ihre Backpacks, sprangen auf die Ladefläche und zeigten uns zum Abschied noch ihre nackten Hintern. Für uns ging es etwas später, nachdem der Bus wieder repariert war, mit freudigen „VIP, VIP“-Rufen auch weiter. Und so kamen wir um 18:30, schon im Dunkeln, endlich in Vang Vieng an. Dort handelten wir die TukTuk-Fahrer von 20000 auf 5000 Kip p.P. für die Fahrt in die Innenstadt herunter und suchten uns eine ordentliche Unterkunft  (VivaVangVieng, 50000 Kip, DZ mit Fan).

Vang Vieng ist nicht besonders groß. Es gibt eigentlich nur 3-4 Straßen mit vielen  Restaurants und ganz vielen Bars. Der Großteil der zumeist jungen Touristen kommt aus Australien und fängt schon kurz nach dem Frühstück an sich zu betrinken. Vor ein paar Jahren war der Toristendrang deutlich größer. Doch mittlerweile wurde das Ganze von der Polizei etwas gebemst, da es bei den Partys am Fluß mit ungezügeltem Alkohol- und Drogenkonsum zu viele Unfälle gab. Dennoch gibt es immer noch einige Bars, wo einem ziemlich direkt Menükarten für Cannabis, Magic Mushrooms und Opium vorgelegt werden. Und saufen kann man im Prinzip komplett kostenlos, da es in den verschiedenen Bars, wie dem Fat Monkeys, der Sakura oder der Kangaroo Bar, zeitlich versetzte Happy Hours gibt, in denen es Whiskey- oder Vodkamischgetränke für lau gibt. Auch ohne die ganzen Zeitpläne genau zu kennen, kann man einfach der Partymeute folgen, die stündlich die Bar wechselt, und man kommt sehr günstig durch den Abend. Schon krass!

Hier noch ein Panoramabild vom Fluß in Vang Vieng (klicken zur Vollansicht):

Als Aktivitäten werden neben Tubing, Kajaking und Trekking auch Ausflüge ins Umland mit Besuch kleiner laotischer Dörfer angeboten. Wir haben in der einen Woche, die wir in Vang Vieng verbracht haben, einen Dschungeltrek gemacht (Secret Eden Trek, gesonderter Artikel) und waren natürlich auch tuben.

Tubing ist, für alle die es nicht wissen, eine Spezialität von Vang Vieng. Man lässt sich etwa 7 km mit einem TukTuk den Fluß hinauf fahren. Dann legt man sich in einen ausgedienten Auto- oder Traktorschlauch und lässt sich den Fluß  hinab treiben. Das Ganze macht bei einem ordentlichen Alkoholpegel erst richtig Spaß. Zu diesem Zweck gibt es am Flussufer alle paar hundert Meter Bars (zumindest auf den ersten zwei Kilometern), die man schon aus einiger Enfernung an der lauten Musik hört. Am Ufer vor den Bars sitzen immer ein paar Jungs, die den Partywilligen ein Seil zuwerfen und sie an Land ziehen. Meist wird man mit Free Shots begrüßt und kann sich dann nach Lust und Laune weiter betrinken, tanzen, in der Hängematte abchillen oder sich an sportlichen Aktivitäten, wie z.B. Schlammvolleyball, beteiligen. Es ist auf jeden Fall eine Mordsgaudi!

Vang Vieng hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Die Unterkünfte sind sehr günstig, die Touristen durchgehend jung und partywillig und der Alkohol billig. Auch fürs leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Es gibt einige gemütliche Restaurants und an jeder Staßenecke leckere belegte Baguettes und Fruchtshakes. Was will man mehr? Viva Vang Vieng!

Hier die ganze Galerie von Vang Vieng:

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