Koh Kong – Robinson-feeling auf Kambodschas größter Insel

10-17.12.2014: Nach paar heißen und schwitzigen Tagen in Kambodschas Großstädten war uns mal wieder nach Abkühlung im Wasser und wir machten uns auf den Weg nach Koh Kong City an der Küste in der Nähe der thailändischen Grenze. Von dort setzten wir auf Kambodschas größte, aber gleichzeitig auch am wenigsten erschlossene Insel Koh Kong über und verbrachten dort ein paar Tage in Abgeschiedenheit und Ruhe.

So ging es ab dem Hauptbusterminal in Phnom Penh nach Koh Kong City an die Küste (7,25 USD p.P.). Am Ufer der Koh Kong Bucht fanden wir zum Glück noch eine Unterkunft (Kolab Koh Kong Guesthouse, 10 USD p.N.). Glück, da an diesem Wochenende das große Kambodscha Sea Festival stattfand und so gut wie alles voll war. Am gleichen Abend noch buchten wir uns für den Folgetag die Überfahrt auf die etwa 20 km enfernte Insel Koh Kong, die namensgebend für die ganze Provinz ist (20 USD p.P., Hin- und Rückfahrt). Danach ging es in den Trubel des Festivals, das direkt vor unserer Tür am Ufer stattfand. Wir schauten uns nach lokalen Spezialitäten um. Unter anderem wurden frittierte Insekten, Frösche und Schlangen angeboten. Als Anton dies sah, lief ihm direkt die Spucke im Mund zusammen. Er konnte einfach nicht wiederstehen und kaufte sich eine frittierte Schlange am Spieß.

Am nächsten Morgen stiegen wir mit einigen weiteren Touristen ins Longtailboot zur Insel Koh Kong (22 km ab Koh Kong City). Der Lärm des Motors war ziemlich heftig, so dass wir nach 2 Stunden Fahrt fast taub auf der Insel ankamen. Die meisten Touristen hatten eine Tagestour gebucht, nur ein kleiner Teil wollte auf der Insel bleiben. Auf der Fahrt lernten wir den Australier Stephen White kennen, der uns einige Stories von seinen abenteuerlichen Reisen um die Welt erzählte (Greets Stephen!). .

Auf der 19,5 km langen und 6 km breiten Insel gibt es nur 2 kleine Resorts im Westen und ein kleines Fischerdorf im Osten. Infrastruktur gibt es absolut keine. Keine Wege, keine Shops, nichts! Also das krasse Gegenteil von Sihanoukville. Unser Koh Kong White Sand Beach Resort war nur über Wasser mit dem Boot erreichbar. So eine Abgeschiedenheit hatten wir noch nicht erlebt.

Der Anblick, der sich uns bei der Ankunft bot, war so schön wie auf Koh Rong. Weißer Sandstrand, türkis-farbenes Meer, Mangroven und wilder unerschlossener Dschungel im Hintergrund. Nur halt ohne Bars und den ganzen Schnickschnack.

Am Strand hatte man die Wahl zwischen freistehenden Bungalows mit eigenem „Badezimmer“ (25 USD p.N.) und Reihenbungalows mit Gemeinschaftsbad (15 USD p.N.). Wir entschieden uns für die nächsten 3 Nächte in den Reihenbungalows zu bleiben, weil die sowieso alle leer standen und wir daher keine Nachbarn hatten. Gegessen wurde in dem Restaurant, das zum Resort gehörte. Eine andere Wahl gabs nicht. Hier waren die Preise für kambodschanische Verhältnisse relativ hoch und eher an die westlichen Touristen angepasst (4,50 USD für einen Gemüsereis). Die einheimischen Besucher brachten deshalb immer ihr eigenes Essen mit auf die Insel.

Die heißen Tage verbrachten wir mit Chillen, Schwimmen und Schnorcheln. Mehr gabs es ja nicht! Im Resort lernten wir auch den Deutschen Rocco kennen, der viel in Südostasien reist und uns einiges davon zu erzählen hatte (Schönen Gruß!). Das einzige, was wirklich nervte, waren die Sandfliegen. Die haben uns fast aufgefressen. Anton sah am Rücken aus als hätte er Windpocken. Aber wahrscheinlich waren wir gerade kurz nach der Regenzeit, wo die Sandfliegen sich extrem vermehren, einfach zum falschen Zeitpunkt da.

An einem Tag kamen wir drei aus Langeweile tatsächlich auf die Idee durch den Dschungel zu wandern. Wir liefen zunächst hinter der Unterkunft über einen Pfad in Richtung Dschungel. Dieser endete jedoch ziemlich bald im Dickicht, woraufhin wir zurückkehren mußten. Anschließend fragten wir einen Mitarbeiter des Resorts, ob man hier irgendwo trekken könnte. Er sagte, dass am Ende des Strandes eine Holzleiter in den Dschungel führt und wir uns da mal ein bisschen umschauen könnten. Gesagt, getan. Wir kletterten an den Felsen eine marode Holzleiter hoch und folgten einem total zugewucherten „Weg“. An einigen Stellen gelang es uns sogar Bilder von der felsigen Küste zu machen. Jedoch wurde mit der Zeit der Weg immer schmaler bis er vom Dschungel förmlich verschlungen wurde. Da wir keine Machete dabei hatten und dieser Pfad auch nicht der Angenehmste zum Wandern war, gingen wir dann wieder zurück. Fazit: Lieber nicht auf eigene Faust die Insel erkunden – man kommt nicht weit. Wenn man unbedingt will, kann man sich eine Trekkingtour im Resort buchen (15 USD). Die kennen wohl einen Weg.

Nach 4 Tagen Abgeschiedenheit hatten wir dann aber doch wieder das Bedürfnis nach etwas Zivilisation und nahmen das einmal tägliche verkehrende Boot Richtung Festland. Die Überfahrt war diesmal leider nicht so easy wie gedacht. Auf halber Strecke setzte der Motor aus. Wasn los? Kein Sprit! Hat der Fahrer wohl zu wenig getankt, oder es ganz vergessen, wer weiß. So steckten wir nun auf hoher See fest. Ganz toll. Nach einer Weile rumprobieren hatte der Fahrer zum Glück ein wenig Empfang mit seinem Handy und rief seinen Kumpel an, der uns Benzinnachschub liefern sollte. Jetzt hieß es nur warten, ganze 2-3 Stunden, eine gefühlte Ewigkeit, auch weil wir seit Tagen nicht mehr ordentlich gegessen hatten und uns seit dem Morgen auf eine gute Mahlzeit auf dem Festland freuten. Am Abend kamen wir dann endlich halb verhungert in Koh Kong City an, wo wir uns zunächst mal ordentlich den Bauch vollgeschlugen.

Dort blieben wir noch 3 Nächte in der gleichen Unterkunft wie beim letzten Mal, bis wir uns auf den Weg an die thailändische Grenze machten. Von Koh Kong City zur Grenze waren es noch ca. 10 km. Um keine Gebühr für die 2 km lange Koh-Kong-Brücke zu zahlen, überquerten wir sie zu Fuß und hofften auf der anderen Seite ein Mopedtaxi oder Tuktuk zur Grenze zu kriegen. Schlechte Idee. Die Mopedfahrer nehmen einen nur mit um nicht selbst die Brückengebühr zu zahlen. Nach der Brücke hält von denen keiner mehr an. Nach 4 km machten wir eine Kaffepause an einem kleinen Stand. Dort kamen wir mit den Locals ins Gespräch. Zum Glück hatte einer von ihnen mit seinem Jeep den gleichen Weg und nahm uns freundlicherweise die restlichen 6 km bis zur Grenze mit.

Die Tour auf die Insel Koh Kong war schon ein Erlebnis. Der Strand war schön, das Meer türkis-farben und andere Menschen gabs so gut wie keine. Also das volle Robinson-Programm. Wer Ruhe sucht ist mit Koh Kong auf jeden Fall gut beraten.

Hier noch die vollständige Galerie:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.